Die unterschiedlichen Formen der Kindertagespflege

Die Kindertagespflege ist eine gesetzlich anerkannte Betreuungsform im familiennahen Umfeld. Sie ist gleichrangig mit der Betreuung in einer Kindertageseinrichtung oder einer Kindertagesstätte. Die Kindertagespflege ist in drei Formen möglich:
 

1. Kindertagespflege im Haushalt der Tagesmutter
Hier wird das Kind im Haushalt der Tagesmutter betreut. Dabei dürfen bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreut werden - allerdings kann die Anzahl der zu betreuenden Kinder aufgrund von landesrechtlichen Voraussetzungen oder aufgrund der individuellen Situation eingeschränkt werden. Für diese Art der Betreuung ist eine Erlaubnis durch das zuständige Jugendamt erforderlich. Dabei wird die Sachkompetenz und Persönlichkeit der Tagesmutter überprüft (Es ist auch ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis erforderlich). Außerdem wird festgestellt, ob der Haushalt der Tagesmutter für die Betreuung von Kindern geeignet ist.

Tagespflegepersonen müssen über kindgerechte Räumlichkeiten verfügen, soweit sie das Kind in ihren Räumlichkeiten betreuen und nicht im Haushalt der Personensorgeberechtigten. Hierzu gehören: 

  • ausreichend Platz für Spielmöglichkeiten 
  • eine anregungsreiche Ausgestaltung 
  • geeignete Spiel- und Beschäftigungsmaterialien 
  • Unfall verhütende und gute hygienische Verhältnisse 
  • insbesondere für Kleinkinder eine separate Schlafgelegenheit 
  • Möglichkeit des Spielens und Erlebens in der Natur, auf Spielplätzen, in Wald- oder Parkanlagen

Diese Arbeit ist eine sonstige freiberufliche Tätigkeit. 

2. Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen
Die Betreuung kann - außer im Haushalt der Eltern oder im Haushalt der Tagespflegeperson  - auch in anderen geeigneten Räumen erfolgen. Ob dies möglich ist, regelt das jeweilige Landesrecht. Einige Länder haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Ein einheitliches Vorgehen gibt es hier nicht. Das Landesrecht regelt auch, unter welchen Voraussetzungen Räume als "geeignet" beurteilt werden können.
Hierzu gehören: 

  • ausreichend Platz für Spielmöglichkeiten 
  • eine anregungsreiche Ausgestaltung 
  • geeignete Spiel- und Beschäftigungsmaterialien 
  • Unfall verhütende und gute hygienische Verhältnisse 
  • insbesondere für Kleinkinder eine separate Schlafgelegenheit 
  • Möglichkeit des Spielens und Erlebens in der Natur, auf Spielplätzen, in Wald- oder Parkanlagen 
     

3. Die besondere Form der Großtagespflegestelle
In einigen Bundesländern, so auch in Bayern, können zwei Tagespflegepersonen eine Genehmigung zur gemeinschaftlichen Betreuung von acht bis zehn Kindern erhalten (Voraussetzung bei 10 Kindern: pädagogische Ausbildung mindestens als Erzieherin einer Tagespflegeperson).  In der Regel wird dies als Großtagespflege bezeichnet. 
Die Auflagen für die baulichen Anforderungen und Ausstattung werden von den jeweils örtlichen Jugendämtern festgelegt. Erkundigen Sie sich bei uns nach den Bedingungen vor Ort

4. Kindertagespflege im Haushalt der Eltern
Hier werden die Kinder im Haushalt der Eltern (das Gesetz spricht von Personensorgeberechtigten) betreut. Dabei dürfen auch mehrere Kinder aus diesem Haushalt betreut werden. Eine Erlaubnis für diese Tätigkeit ist nicht erforderlich. Die Tagesmutter ist von den Eltern weisungsabhängig, daher besteht ein angestelltes Arbeitsverhältnis. Die Eltern sind die Arbeitgeber. Die Tagesmutter, die im Haushalt der Eltern tätig ist, wird umgangssprachlich als "Kinderfrau" oder "Kinderbetreuer/in" bezeichnet.