Oft sehen wir sie durch Mögeldorf laufen, bepackt mit Sandspielzeug, Vesper, Getränken und frischen Windeln. Sie schieben einen großen Krippenwagen vor sich her und darin sitzen 5 Kleinkinder im Alter von 0 – 3 Jahren: die Mögeldorfer Tagesmütter.

Petra Körber ist eine von ihnen. Sie arbeitet seit nunmehr 6 Jahren in diesem Beruf. Die ehemalige Marketing-Assistentin hat nach der Geburt ihres Sohnes ihre Berufung gefunden: die Betreuung der ganz Kleinen. 

Noch während ihrer Elternzeit schulte sie um und begann eine umfangreiche Qualifizierung zur Kindertagespflegeperson  nach BayKiBiG und betreut seitdem Kinder bei sich zu Hause in der Blütenstraße. 

Morgens zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr kommen die ersten Kinder. Die kleine Luise und ihr Zwillingsbruder Johann (19 Monate) reißen sich noch vor der Haustüre die Mütze vom Kopf. Die Hausschuhe können gar nicht schnell genug angezogen werden, denn jetzt beginnt die Spielzeit. Bald klingelt es wieder und die Zwillinge rennen erwartungsvoll an die Tür, wer ist es wohl? Entweder ist es Johannes (2 ¾), der frischgebackene große Bruder, der – wie eben jeden Tag in letzter Zeit – freudig in perfektem Fränkisch erzählt: „Mei kleine Schwester is fei scho draußen“, oder ist es vielleicht Jonas (2 ¼), der sicher wieder ein tolles Auto in der Hand hält, oder ist es am Ende die kleine Julika (2 ½) mit ihrer Puppe? 

Egal wer vor der Tür steht, es wird jeder freudig empfangen, denn alle sind gute Freunde geworden. Fehlt jemand in der Gruppe, dann wird am Frühstückstisch ausgiebig besprochen, wo denn das fehlende Gruppenmitglied ist. 

Gegen 8.30 Uhr ist die Gruppe vollzählig versammelt und die Kinder nehmen ein gemeinsames Frühstück ein. Hier werden die Erlebnisse der vergangenen Tage besprochen, die Kinder berichten freudig, wie sie mit ihrem Papa zusammen eine Lego-Burg gebaut haben, mit der Mama im Zoo waren oder bei Oma und Opa übernachtet haben. 

Nach dem Frühstück stehen Unternehmungen an, die je nach Wetter draußen oder drinnen stattfinden. Ausflüge in den Zoo, an den Pegnitzgrund, auf einen der vielen tollen Spielplätze in Mögeldorf oder in den Wald finden immer statt, sofern das Wetter trocken ist. Mit dabei ist meistens die junge Golden Retriever Hündin Bliss. „Derzeit“, so berichtet Petra Körber, „sind wir auf der Suche nach dem Frühling, den wir schon überall finden können.“ An nassen Tagen halten sich die Kinder im großen Spielzimmer auf, in dem nach Herzenslust gespielt und getobt werden kann. „Außerdem basteln wir sehr gerne“, berichtet die Tagesmutter weiter, "machen gerne und viel Musik, tanzen, singen und musizieren." 

Gegen 11.00 Uhr kommt die Gruppe von ihrem Ausflug zurück. Die Kinder waschen sich die Hände und werden gewickelt. 11.30 Uhr wird mit einem gemeinsamen Tischspruch das frisch zubereitete Mittagessen angekündigt. 

Gegend 12 Uhr sind alle mit dem Essen fertig. Johann ist schon am Wegnicken, Jonas reibt sich die Augen und Johannes erklärt laut gähnend, dass er überhaupt nicht müde ist. Julika und Luise haben kleine Äuglein und sind schon ganz still. Mit letzter Kraft krabbeln die Kinder in den 2. Stock in ihr eigenes Schlafzimmer, in welchem die 5 Bettchen stehen. Bald ist Ruhe... und erst gegen 14:00 Uhr hört Petra Körber ein fröhliches „Hallo??“ über das Babyphone. Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis lautes Gelächter und Gegacker zu hören ist. Die Kinder sind fit für den Nachmittag. 
Gegen 15:00 Uhr werden die Kinder abgeholt. Petra Körber verabschiedet sich für diesen Tag von ihren Schützlingen. 

Was viele gar nicht wissen: Unsere Tagesmütter sind - analog den Krippen - an den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan gebunden. Sie machen eine umfangreiche Qualifizierung bei einem der beiden Träger für Tagesmütter und sind damit dem Jugendamt Nürnberg unterstellt. Eine Tagesmutter muss im Besitz einer Pflegeerlaubnis sein.  
Tagesmütter können in Notfällen auch außerhalb der regulären Betreuungszeit einspringen.
 „Es kam auch schon vor, dass Kinder kurzfristig bei mir übernachtet haben“, so Petra Körber.  

Der Vorteil der Tagesmutter:
    •     Feste Bezugsperson 
    •     Familiäres Umfeld 
    •     Kleinere Gruppen 
    •     Individuelles Eingehen auf jedes Kind 
    •     Flexibilität 
    •     Selbst zubereitete und gesunde Mahlzeiten 
    •     Vertrauensvolles und in vielen Fällen freundschaftliches Verhältnis zwischen Eltern                  und Tagesmutter 
    •     Es ist nicht die volle Buchungszeit erforderlich. 
    •     Das Jugendamt führt unangemeldete Kontrollbesuche durch.

 
Nähere Informationen über die Kindertagespflegeperson auch unter www.tagesmutter-moegeldorf.de